ConnectPoint x Twinings of London: Was bedeutet die Digitalisierung für die FMCG-Branche?

Joanna Stefańska
12 Nov, 2021 Joanna Stefańska

Der Artikel wurde im Portal Spożywczy in polnischer Sprache veröffentlicht.

Twinings wurde 1706 gegründet und ist eine der ältesten Premiummarken der Welt. Twinings-Tee ist in 115 Ländern erhältlich. Die Produktion erfolgt in Fabriken in Großbritannien und Polen. Täglich werden dort bis zu 70 Tonnen Tee hergestellt. Die polnische Fabrik in Swarzędz wurde im Jahr 2011 eröffnet. Dort werden 600 verschiedene Teesorten hergestellt. Um die Arbeit der polnischen Fabrik zu verbessern, beschloss der Teehersteller im Bereich der Analytik mit der ConnectPoint zusammenzuarbeiten.

Digitalisierung des FMCG (Fast Moving Consumer Goods)-Sektors

Die Entwicklung der Digitalisierung in den Produktionsanlagen im FMCG Sektor führt unter anderem zu einer Steigerung der Effizienz der Maschinen- und Anlagenauslastung (OEE). Die Integration von Automatisierungssystemen mit IT- und Geschäftsanwendungen in einem einzigen System ermöglicht es, die Produktion in Echtzeit zu überwachen. Dieser Überblick führt zu einer Verringerung der Verluste während der Produktion. Analysen helfen auch bei der Verwaltung der Maschinen, so dass Aufträge in kürzerer Zeit erfüllt werden können. Immer mehr Unternehmen sind sich dieser Situation bewusst, entscheiden sich aber dennoch nicht für analytische Lösungen in ihren Betrieben.

„Die Digitalisierung in der Lebensmittelbranche ist auf dem polnischen Markt noch selten. Die meisten Unternehmen beschränken die Digitalisierung auf die Steuerung der Produktionsprozesse. Wenn es jedoch um Produktionsdaten und die Erstellung digitaler Modelle von Geräten geht, die auf der Technologie des Herstellungsprozesses basieren, sind solche Lösungen wenig verbreitet. Positiv zu vermerken ist, dass sich immer mehr Unternehmen der technologischen Entwicklung bewusst sind. Sie wissen, dass sie investieren müssen, um noch leistungsfähiger zu werden. Daher suchen sie nach Möglichkeiten, um ihren Betrieb zu verbessern“ erklärt Tomasz Węgrzyn, OSIsoft Team Leader bei der ConnectPoint.

„Die Unternehmen sind sich weitgehend darüber im Klaren, dass sie eine umfassende Digitalisierung der Prozesse anstreben müssen, um die Effizienz ihres Betriebes zu steigern. Jedes Wirtschaftsunternehmen ist bestrebt seinen Umsatz und Gewinn zu maximieren. Mehr Produktion soll zu mehr Gewinn führen. Ein Mittel um heute bessere Ergebnisse zu erzielen, ist die Digitalisierung und Analyse im Unternehmen.“ fügt Agnieszka Szlemińska, Sales Direktorin bei der ConnectPoint, hinzu.

„Bei Investitionen in IT-Lösungen aus dem Bereich der fortgeschrittenen Datenanalyse ist es entscheidend, die eigenen Bedürfnisse und Ziele in diesem Bereich zu definieren und offen für neue Investitionen zu sein. Viele Unternehmen sind noch nicht bereit für die Digitalisierung, weil ihr Maschinenpark und die für die Produktion zuständigen Systeme nicht auf die Integration mit Analyse- oder Datenmanagementsystemen vorbereitet sind. Dadurch kann der Einstieg solcher Unternehmen in den Digitalisierungsprozess mit einer erheblichen Investition in die Modernisierung der Automatisierungssysteme verbunden sein.“ erklärt Tomasz Węgrzyn.

„Wir haben aber auch Unternehmen in Polen, die Prozesse für grundlegende Analysen schon implementiert haben, d.h. sie können die Produktionseffizienz und -effektivität, Ausfallzeiten, Abfall im Vergleich zu qualitativ hochwertigen Produkten zählen. Es fehlt nur die Analytik im Zusammenhand mit künstlicher Intelligenz. Hier befindet sich Polen in der Anfangsphase“ fügt Tomasz Węgrzyn hinzu.

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Das gemeinsames Projekt von Twinings of London und der ConnectPoint

Die ConnectPoint bietet IT-Lösungen für die fortschrittliche Datenanalyse in den Bereichen Industrie, Energie und Versorgung. Das Unternehmen ist auf die IT/OT-Integration spezialisiert, d. h. die Verwaltung des gesamten Prozesses der Erfassung, Organisation und Analyse von Betriebsdaten. Darüber hinaus entwickelt die ConnectPoint Systeme, die eine effektive Zusammenarbeit zwischen Betrieb, IT und Unternehmen ermöglichen.

Twinings of London gehört zu den Vorreitern in Polen, die vor diesen Herausforderungen standen und sich für die Investition in die Digitalisierung entschieden haben. Der Teehersteller setzte sich zwei Hauptziele für die Zusammenarbeit. Das erste war, die Bedingungen für die Arbeit der Maschinen zu optimieren. Das zweite Ziel war die Schaffung einer zentralen Plattform für die Überwachung und Analyse der Maschinendaten, die IT- und OT-Systeme miteinander verbindet. Dank dieser Plattform erhalten sowohl die Werksmitarbeiter als auch das Management Informationen darüber, wie sie die Produktion besser steuern können. Der Schlüsselwert war die Integration des Produktionsprozesses (Maschinen) mit den Geschäftssystemen und die Einführung der Möglichkeit, Korrelationen zwischen Aufträgen (zum Beispiel Daten aus SAP) und Betriebsdaten zu analysieren. Dieses Gesamtbild der Produktion führt zu einer Optimierung der Produktion.

„Wir wollen die Effizienz unserer Prozesse ständig verbessern, indem wir nicht unbedingt härter, sondern intelligenter arbeiten und die neuesten Technologien einsetzen. Das Streben nach operativer Exzellenz ist in unsere Produktionsabläufe eingebettet. Wir wollen unsere Entscheidungen und taktischen und strategischen Maßnahmen durch fortschrittliche Analysen historischer Daten und Echtzeitstatistiken unterstützen. Dies ist nur möglich, wenn wir alle wichtigen Daten und Informationen aus den Prozessen in digitaler Form erfassen.“ erklärt Marcin Gad, Operations Director in der polnischen Twinings-Fabrik.

„Die Integration aller Produktionsdaten an einem Ort ermöglicht einen Vergleich der Produktion in Bezug auf den Verbrauch von Maschinenteilen, Strom, Gas oder Kohlendioxidemissionen. Im Rahmen der Digitalisierung sammeln wir Informationen von allen Maschinen und Hilfssystemen wie dem ERP-System. Unsere Systeme organisieren die Daten. Wir können sie auf jeder Organisationsebene im Unternehmen in Echtzeit transparent beobachten und analysieren. Es ist wichtig, die Berichte so zu verteilen, dass alle berechtigten Personen im Unternehmen darauf zugreifen können. Dies gilt nicht nur für Personen, die mit der Produktion zu tun haben. Es gibt viele Möglichkeit der Berichterstattung zum Beispiel nach der Art der Information, der Planung, der Strategie, der Finanzverwaltung oder der Infrastruktur. Unsere gründlichen Analysen ermöglichen eine Verbesserung der Unternehmenstätigkeit auf vielen Ebenen“ sagt Tomasz Węgrzyn.

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„Wir unterstützen unsere Kunden so weit wie möglich von der Tool-Seite her. Wir zeigen, wie man Skripte für fortgeschrittene Analysen integriert und verwendet, aber wir bieten auch inhaltliche Unterstützung bei fortgeschrittenen Analysen, zum Beispiel bei der Budgetplanung.“ fügt er hinzu.

Die ConnectPoint hat für Twinings ein zentrales Daten-Repository auf der Grundlage des OSIsoft PI-Systems entwickelt. Daten aus verstreuten Quellen wie Produktionslinien, SharePoint, externen Excel-Dateien, SAP und Gebäudemanagementsystemen wurden in ein System integriert. Diese Lösung ermöglicht fortschrittliche Analysen, Produktionsüberwachung in Echtzeit und die Berechnung von Leistungsindikatoren in verschiedenen Bereichen. Dadurch erhielt Twinings in kurzer Zeit ein System, das die Überwachung des gesamten Produktionsprozesses in Echtzeit sicherstellt, insbesondere:

  • die Erleichterung und Beschleunigung der Identifizierung von Bereichen, die sofortige Unterstützung benötigen,
  • die Online-Berichterstattung über den Status der Produktionsmaschinen,
  • die Online-Berichterstattung über die Werte von Schlüsselparametern (OEE, Abfall),
  • Engpasswarnungen,
  • die Online-Berichterstattung über den Status von Produktionsaufträgen und
  • die Minimierung der Überproduktion.

Was plant Twinings als nächstes im Bereich der Digitalisierung?

„Wir sind dabei, Berichte und Produktions-Dashboards für den Kernprozess (Abfüllung und Verpackung) zu automatisieren, was die Produktionsleiter entlasten und ihr Potenzial zur Analyse und Umsetzung von Leistungsverbesserungen freisetzen wird. Wir versuchen, den neuen Anforderungen und Herausforderungen zu folgen, indem wir die Digitalisierung pragmatisch behandeln - als ein Werkzeug, das das Streben nach operativer Exzellenz unterstützt, wie zum Beispiel die Reduzierung von Verlusten und die Steigerung der Kosteneffizienz.“ sagt Marcin Gad von Twinings.

„Die Digitalisierung unterstützt die Optimierung des Produktionsprozesses und verbessert dessen Effizienz, wodurch wir in kürzerer Zeit mehr qualitativ hochwertige Produkte für den Markt produzieren. Wir sprechen also nicht über Einsparungen für das Unternehmen, sondern über eine noch höhere Rentabilität“ analysiert Agnieszka Szlemińska von der ConnectPoint.

Analytik hilft auch, die Umwelt zu schützen

Immer mehr Hersteller, nicht nur im Lebensmittelsektor, sondern auch in anderen Branchen, setzen auf Nachhaltigkeit. Fortschrittliche analytische Maßnahmen helfen, den Energiekonsum zu reduzieren und wirken sich somit positiv auf die Umwelt aus.

„Große FMCG-Unternehmen erklären, dass sie in ihrer Produktion umweltfreundlich sein wollen und wir unterstützen sie dabei. Unsere Analysen ermöglichen es uns, die Versorgungseinrichtungen zu überwachen und ihren Verbrauch zu optimieren, was zu einer Schonung der Umwelt und zu Einsparungen führt. Mit den richtigen Datenströmen können wir die Luftfeuchtigkeit in der Werkstatt, die Maschinengeschwindigkeiten und den Abfall überprüfen und zum Beispiel entscheiden, ob die Klimatisierung erhöht oder gesenkt werden soll und wie Maschinen besser positioniert werden. Durch die Korrelation solcher Daten aus der Produktionshalle können wir die Arbeit dort in Bezug auf Strom, Gas oder Wasser optimieren, was sich in einem geringeren Energie- und Wasserverbrauch niederschlägt", erklärt Tomasz Węgrzyn.

Darüber hinaus ermöglicht die Beobachtung und Analyse aller Prozesse eine schnelle Reaktion bei verschiedenen Ereignissen in der Produktion.

„Bei der Digitalisierung geht es auch darum, Alarm zu schlagen, Anomalien zu finden und darüber zu berichten. Die Analytik ist nicht nur ein Modell zum Zählen von Indikatoren, sondern ein ganzes System von Meldungen, Alarmen, Informationen über Störungen und Ausfallzeiten. Daher ist es nicht einfach, ohne Analytik eine Optimierung der Produktionsprozesse zu erreichen. Andererseits können wir durch das Wissen, um die genannten Aktivitäten, unerwünschte Situationen im Unternehmen vermeiden. Die Analytik ermöglicht es uns, die Wartung, die Zeit für ein schnelles Eingreifen und präventive Maßnahmen zu verwalten, wodurch wir "Brände" in der Fabrik vermeiden“ sagt Tomasz Węgrzyn.

Wie es funktioniert - Trends in der Digitalisierung

Wie bereits erwähnt, bietet die ConnectPoint IT-Lösungen im Bereich der fortgeschrittenen Datenanalyse für Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie, dem Industriesektor, dem Energiesektor und den Versorgungsunternehmen. „Unser Hauptinstrument zur Unterstützung der Produktion ist unsere Smart RDM-Anwendung, die die neuesten Trends der Digitalisierung nutzt. Der sichtbarste Trend wird die Nutzung von Cloud-Plattformen sein, die wir in unserer Anwendung in vollem Umfang nutzen“ sagt Tomasz Węgrzyn.

„Der zweite Trend ist die Verwendung von Algorithmen der künstlichen Intelligenz für die Analyse von Produktionsdaten. Unsere Anwendung Smart RDM ermöglicht es uns, die Cloud als Computing-Plattform für fortschrittliche Datenanalysen zu nutzen“ fügt Tomasz Węgrzyn hinzu.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklung der Digitalisierung und der analytischen Prozesse zu einer optimierten Produktion und damit zu mehr Gewinn für das Unternehmen führt.

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